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Fri, 16 Oct 2009

Witze in Vertraegen unterschreiben

Es ist großartig zu sehen, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Debian und Ubuntu verbessert; und ich sage das nicht nur, weil es im Debian/Ubuntu Games Team vermutlich nicht mehr viel besser geht, wir haben Leute von beiden Distributionen, die im Team zusammenarbeiten und die meisten der Pakete haben dadurch keine Ubuntu-spezifischen Patches (mehr).

Tatsächlich hat mich der Umstand, dass die Dinge in diesem Bereich sehr gut laufen, dazu gebracht mir zu überlegen, mich als MOTU zu bewerben. Um das zu werden, muss man den Ubuntu-»Code of Conduct« (CoC, Verhaltensleitfaden) unterschreiben, der tatsächlich ein sehr gutes Dokument ist. Ich würde mir wünschen, dass es in Debian etwas ähnliches gäbe, das als verbindlich erachtet wird, es würde durchaus einige harte und grobe Zeiten verringern. Es dreht sich um und erklärt mit Bedacht zu handeln, respektvoll zu sein, zusammenzuarbeiten, was man tun soll, wenn man anderer Meinung ist, wenn man unsicher ist und wie man sich rücksichtsvoll zurückzieht. Wenn diese Prinzipien in allen Gemeinschaften zur freien Software gelebt werden würden (und ich meine wirklich gelebt und nicht nur vorhanden und veraltet) denke ich, dass sich neue Personen viel willkommener fühlen würden. Und es ist nicht allzu schwer, seinen Teil beizutragen (... sagt die Person, die sich kürzlich für ihr Verhalten entschuldigen musste).

Wie auch immer, es gibt diese eine Stelle in dem CoC die mich stört. Es liegt nicht daran, dass man ihn mit seinem GnuPG-Schlüssel signieren muss, aber es hängt damit zusammen. Die Notwendigkeit, ihn zu signieren, gibt dem Dokument einen offizielleren Charakter, genau genommen gibt es ihm das Gefühl, ein Vertrag zu sein und ich denke mir, dass es auch so gemeint ist, dieses Gefühl zu transportieren. Jedoch gibt es einen Teil, den ich in solch einem Dokument für deplatziert halte:

Niemand weiß alles, und von Niemandem in der Ubuntu-Gemeinschaft wird erwartet, perfekt zu sein (außer natürlich vom SABDFL).

Da das Akronym SABDFL sich auf Mark Shuttleworth bezieht bedeutet dies, dass man von ihm Unfehlbarkeit zu erwarten hat – was ich leider nicht unterschreiben kann. Ich erwarte das von niemandem außer mir selbst, selbst Mark ist nur ein Mensch und kann Fehler machen. Und obwohl es klar ist, dass es eine ironische Witzelei ist, die eventuell dazu da ist klar zu machen, dass die Ubuntu-Gemeinschaft keine sterile Angelegenheit ist, ist es einfach eine extrem schlechte Idee, das in ein Dokument zu packen, das man von den Mitwirkenden unterzeichnet haben will.

Es tut mir Leid, Ubuntu, aber solange dieser Witz Teil des CoC ist, kann ich ihn nicht mit ruhigem Gewissen unterschreiben, egal wie sehr ich das auch tausendmal für den Rest machen würde. Ich frag mich ehrlich, wieviele andere den »Vertrag«, den sie unterzeichnen, auch tatsächlich sorgfältig durchgelesen haben oder ob es ihnen andererseits einfach nur egal war. Es gibt zu viel Webseiten-Registrierungszeug da draußen, das ebenfalls niemand liest.

/debian | permanent link | Comments: 0

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